Pharma-Spenden überschatten Erfolge: Europa Donna Verein wird aufgelöst

(Last Updated On: 5. Oktober 2008)
Konsequent hat der Verein Europa Donna entschieden. Michael Brandt vom „Weser-Kurier“ berichtete aktuell von der Auflösung.

Auszug aus dem Artikel: „Rund acht Jahre lang war der Verein „Europa Donna“ in Deutschland aktiv. Ziel war es unter anderem, die Einführung des Mammographie-Screenings und von Brust-Zentren an den Kliniken durchzusetzen. Gestern haben die Mitglieder einstimmig die Auflösung beschlossen. Die Arbeit des Vereins war zuletzt überschattet, weil der europäische Dachverband Sponsorengelder der Pharma-Industrie angenommen hatte.

Die Verquickung des Dachverbands mit der Industrie hatte im Frühjahr 2008 für Aufregung gesorgt. In einer Mitteilung des Vereins „Transparency International“ heißt es dazu, das Budget des „Europa Donna“-Dachverbandes habe für 2006 und 2007 Industriegelder von knapp 1,4 Millionen Euro ausgewiesen, zum Teil habe es sich um Geld führender Hersteller von Brustkrebsmedikamenten gehandelt. Damals habe sich die SPD-EU-Abgeordnete Karin Jöns klar vom Dachverband distanziert.

Auch Annedore Windler, ehemaliges CDU-Bürgerschaftsmitglied und Vizepräsidentin von „Europa Donna“, hält den Vorgang unverändert für „indiskutabel. Das ist etwas, das wir nicht akzeptieren können.“ Die frühere SPD-Europaabgeordnete Karin Junker aus Düsseldorf räumt ein: „Natürlich war das ein Punkt, der Anlass war, über die Auflösung nachzudenken.“ Die Kooperation mit dem Dachverband sei sofort eingestellt worden.

„Europa Donna Deutschland“ habe keinen Cent von der Pharma-Industrie genommen, beteuern sie. „Das können wir ausschließen.““

Quelle:

„Weser-Kurier“ (pdf) v. 05. Oktober 2008 (mit Dank für die freundliche Genehmigung des Autors zur Veröffentlichung bei uns)

Weitere Info:

Klare Grenzen setzen … Interview & weitere Links

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