Brustkrebsmonat 2015: Die richtigen Fragen statt rosa Schleifen

(Last Updated On: 1. Oktober 2015)

Pressemeldung
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Alle Jahre wieder …

Wie jedes Jahr im Oktober gibt es wieder viele Produkte mit rosa Schleife, verknüpft mit dem Versprechen, Brustkrebs zu bekämpfen. Die rosarote Verpackung verstellt jedoch den Blick auf viele unbeantwortete Fragen.

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Flickr Group From Pink to Prevention – Weg mit der rosa Augenbinde

Unbeantwortete Fragen – Eine Übersicht

  • Warum erkranken – trotz der immer größeren Summen, die aufgewendet werden – mehr und mehr Frauen an Brustkrebs?
  • Ist es möglich, dass wir nicht alles über die Krankheit wissen? 1995 erkrankte eine von 12 Frauen im Laufe ihres Lebens, heute ist es eine von acht Frauen.
  • Warum weigern sich Krebs-Wohltätigkeitsorganisationen, die Risikofaktoren für Brustkrebs in Umwelt und Arbeitswelt anzuerkennen, wo es doch längst Evidenz gibt?
  • Warum verweisen die Krebs-Wohltätigkeitsorganisationen Frauen weiterhin ausschließlich auf Risikofaktoren im „Lebensstil“ wie Ernährung und Bewegung, während ignoriert wird, dass bei 60% der Erkrankungen die „anerkannten“ Risikofaktoren nicht zutreffen?
  • Welche Rolle spielen chemische, umweltbedingte und berufliche Expositionen in diesem Zusammenhang?
  • Warum sehen wir die langfristig gesundheitsförderlichere und kosteneffektivere Strategie zur Bekämpfung von Krebs, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen wird, nämlich Vermeidung (die nicht das gleiche ist wie Früherkennung), nicht reflektiert in nationalen Krebsplänen und Gesundheitszielen?
  • Warum ist Primärprävention – die Krankheit stoppen, bevor sie beginnt – dort nicht gleichrangig festgeschrieben mit besserer Behandlung und Versorgung?
  • Warum handeln und beeinflussen diejenigen, die Entscheidungsmacht haben, nicht auf der Basis des aktuellen Wissensstands die Gesundheitspolitik?

Frauen brauchen und verdienen Information und Verständnis aller Risikofaktoren, die ihr Leben und ihre Gesundheit gefährden.

Fragen Sie nach!

WARUM ignorieren Krebs-Wohtätigkeitsorganisationen bis heute die Rolle von umweltbedingten und beruflichen Schadstoffen, obwohl es seit Jahrzehnten Evidenz gibt und Frauen heute und während ihrer gesamten Lebenszeit (vom Mutterleib bis ins Grab) diesen Schadstoffen, die die Brustkrebsraten ansteigen lassen, ausgesetzt sind?

Konzept: Helen Lynn
Übersetzung/Adaption: BCAction Germany

Über das Projekt “From Pink to Prevention” und die Gründerinnen

Das Projekt besteht seit 2013 und wurde von Deborah Burton (Tipping Point North South, US-Projekt für mehr soziale Gerechtigkeit), Helen Lynn (Alliance for Cancer Prevention, Großbritannien) und Diana Ward (Arbeitsgruppe Primärprävention von Brustkrebs, Australien) entwickelt und entstand auf der Basis der Arbeit eines Frauenumweltnetzwerks, das seit 1996 am Thema Brustkrebs arbeitet und auch die Kampagne No more Breast Cancer entwickelt hat. Diese Arbeitsgruppe hat die Dokumentation Brustkrebs – Eine Umweltkrankheit (Breast cancer: an environmental disease) entwickelt. Wir unterstützen das Projekt!

Mehr zum Thema

Petition zu dieser Kampagne

WHO Asturias-Erklärung zu den umwelt- und berufsbezogenen bestimmenden Faktore im Zusammenhang mit Krebs

Weitere Information zur Evidenz über Zusammenhänge zwischen Umwelt- und Arbeitsrisikofaktoren und Brustkrebs

Projekt From Pink to Prevention und bei Facebook

Weg mit der rosa Augenbinde: ein Beitrag zum Brustkrebs-Industriemonat

Gemeinsame Erklärung der Frauengesundheitsorganisationen zum Brustkrebsmonat (2011, trotzdem aktuell)

Bildnachweis: Flickr Group From Pink to Prevention

 

 

 

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