Die "Army" und das Brustkrebsrisiko oder Was macht eigentlich … Susan Love? (Teil 4)

(Last Updated On: 12. Mai 2013)

berichtet von Gudrun Kemper

Susan Love hat mit ihrer „Army of Women“ – der Titel wurde bereits kritisch diskutiert, aber Love hat eine Million Frauen gefunden, die sich beteiligen – wieder einen neuen Newsletter herausgeschickt. Was steht diesmal drin? Vielleicht interessieren sich Einige ja dafür, was diese vermutlich „bekannteste Brustkrebsforscherin der Welt“ zurzeit macht.

Bei ihr geht es gerade um Risikofaktoren. Frauen, die in Baltimore oder Chicago leben und in den letzten drei Monaten eine Mammographie gemacht haben, die normal war, werden aufgerufen, sich an einer Umfrage mit weiteren Untersuchungen in einer Studie zu beteiligen.

Was will Love herauskriegen? Sie schreibt in ihrem Newsletter, dass Ärzte sich heute auf das verlassen, was Frauen ihnen zu ihrem eigenen Brustkrebsrisiko berichten, um herauszufinden, ob das Risiko einer Frau eventuell höher als beim Durchschnitt aller Frauen liegt. Die Methode sei aber nicht perfekt. Viele Frauen bekommen Brustkrebs, ohne dass Risikofaktoren bekannt sind.

Ohne „wundersamen Studiennamen“ geht es nicht: Die Studie für 300 Teilnehmerinnen hat den Namen „BEAM“ (was soviel heißt wie „Breast Estrogen and Methylation“ also etwa Brust-Östrogen und Methylierung, s.a. http://de.wikipedia.org/wiki/Methylierung). Es geht um die chemische Umwandlung von Hormonen in der Brust. Östrogene gehören auch zu denjenigen Hormonen, die Brustkrebs fördern können.

Ausschlusskriterien bei der  Studienteilnahme: Entbindung, Schwangerschaft und Stillen, Hormonersatztherapie, Brustkrebs, Brust-Implantate oder andere Krebserkrankungen.

Über diese Studie will Love Wege finden, besser vorherzusagen, welche Frau tatsächlich ein Risiko trägt.

Die Befragung der Teilnehmerinnen soll ungefähr 2 Stunden dauern, verschiedene Universitäten (Johns Hopkins u.a.) führen sie durch. Es geht um Fragen zur medizinischen Vorgeschichte und außerdem sollen durch Massage und Absaugen Zellproben von den Frauen zu gewonnen werden, so auch „mit Hilfe einer Nadel“. Das hört sich sehr unangenehm an.

Die Teilnehmerinnen sollen zwischen 35 und 60 Jahre alt sein und in den vorhergehenden drei Monaten eine Mammographie mit Normalbefund gehabt haben. Fragt sich jetzt, ab wann die Amerikanerinnen eigentlich zur Mammographie gehen.

Bei uns war das Alter, in welchem Frauen zur Mammographie gehen, auch nicht geregelt. Auch bei uns in Deutschland wurden Frauen ab 30 zur sogenannten „Basismammographie“ geschickt und das „regelmäßige Mammographieren“ im „Zeitalter des grauen Screenings“ begann. Eine mit mir sehr eng verwandte Frau ging ab 25 zur Mammographie. Sie hatte Zeit ihres Lebens panische Angst vor Brustkrebs. Regelmäßige Mammographien über 30 Jahre hinweg haben ihr leider nicht geholfen. Sie bekam leider doch Brustkrebs. Und sie starb ziemlich bald, ca. 2,5 Jahre nach der Diagnose.

Army of  Women wird von AVON finanziert. Der Konzern macht damit Imagearbeit als „Company for the Women“ (so der Slogan). Ob die Firma bereits weltweit sichere Kosmetika produziert und vertreibt und ob die Arbeitskonditionen der Frauen, die die AVON-Produkte weltweit vertreiben, das sind, was Frauen sich wünschen, ist aber fraglich.

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Stichwort Susan Love
und aus der Pressearbeit der „Army“: http://www.armyofwomen.org/presscoverage

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