Brustultraschall – Mammasonographie

(Last Updated On: 15. November 2014)

Brustultraschall

Definition

Brustultraschall (Mammasonographie) ist ein Verfahren, das bei der Untersuchung der Brust ohne ionisierende Strahlung auskommt. Es wird zur Diagnostik von Brusterkrankungen eingesetzt, wenn eine Veränderung der Brust erkennbar oder tastbar ist, in der Regel zusätzlich zu anderen Untersuchungsverfahren wie Mammographie oder Magnetresonanztomographie (MRT). Ultraschall als ergänzende Untersuchung ist auch hilfreich bei der Interpretation von Mammographien oder wenn sich eine tastbare Veränderung gezeigt hat.

Brustultraschall zur Abklärung eines Befunds bei jüngeren Patientinnen

Für jüngere Frauen mit Beschwerden oder Krankheitszeichen ist Brustultraschall eine Methode, die besser funktioniert als Mammographie. (Houssami N. [u.a.] Sydney Breast Imaging Accuracy Study: Comparative Sensitivity and Specificity of Mammography and Sonography in Young Women with Symptoms (pdf) American Journal of Roentgenology, 2003 Apr, 180(4): 935-40)

Einsatz vor einer Gewebeentnahme

Brustultraschall ist in der Lage, Aufschluss über eine Veränderung der Brust zu geben, z.B. zur Unterscheidung von Zysten und Tumoren. Eine Gewebeprobe mit anschließender feingeweblicher Untersuchung in der Pathologie ist dann in der Regel jedoch unverzichtbar, um die Diagnose zu sichern, wenn der begründete Verdacht auf Brustkrebs besteht. Eine Ultraschalluntersuchung sollte in jedem Fall im Zusammenhang mit einer Gewebeentnahme gemacht werden.

Ist Brustultraschall zur Früherkennung von Brustkrebs als Screening-Untersuchung für alle Frauen geeignet?

Für Ultraschall ist, anders als für die Mammographie, bisher nicht gezeigt worden, dass die Methode sich als Screening-Methode für gesunde Frauen eignet oder dass durch regelmäßige Untersuchungen Auswirkungen auf ein besseres Überleben bei Brustkrebs erreicht werden kann.

Diskussion „Dichtes Drüsengewebe“

Die aktualisierte Stufe-3-Leitlinie zur Brustkrebsfrüherkennung in Deutschland empfiehlt bei dichten Mammae (ACR-Dichte III und IV) die ergänzende Mammasonographie (Evidenzlevel IIIb).

Der Deutsche Ärztinnenbund hat in einer Pressemeldung vom 01.09.2014 angeregt,

„bei erhöhter Brustdichte eine reguläre Ultraschalluntersuchung der Brust bei den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung durchführen zu lassen, da sich nicht jede Frau eine solche IGEL-Leistung leisten kann, was eine Zwei-Klassen-Medizin fördert.“

Demgegenüber steht die Position von WissenschaftlerInnen der Deutschen Gesellschaft für Senologie. So schreiben U. Krainick-Strobel et.al. in Mammografie-Screening: Ist die Dichte des Drüsenparenchyms die Achillesferse? 

„Prospektive Studien mit standardisierter Dichtedefinition müssen den Nutzen der ergänzenden Mammasonografie bei der dichten Brust in Screening-Kollektiven (50–69 Jahre), d.h. bei asymptomatischen Frauen ohne Risikofaktoren, erst noch belegen.“

Weiterlesen

Eine umfassende Darstellung der Datenlage zum Ultraschall der Brust zur Krebsfrüherkennung ist bei IGeL-Monitor aktuell und sehr umfassend dargestellt (Stand 20.03.2013). Zusammengefasst bewertet IGeL-Monitor die Methode als unklar und bezieht sich u.a. auf die S3-Leitlinie zur Brustkrebsfrüherkennung, die festhält: „Als alleinige Methode zur Früherkennung ist die Sonographie nicht geeignet“.

Bildnachweis: ikayama, Creative Commons  CC BY-NC-SA 2.0 (Weitere Ultraschallbilder s. Wikimedia Commons