Neue Zahlen zu Brustkrebs: Gemeinsames Krebsregister GKR verweist auf 70.000 Neuerkrankungen jährlich

(Last Updated On: 5. Juni 2013)

GKR - Fakten und Wissenswertes - Ausgabe 2 vom Juni 2011Das Gemeinsame Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen (GKR) hat in „Fakten und Wissenswertes“, Ausgabe 2 vom Juni 2011, die aktuellen Zahlen zu Brustkrebsneuerkrankungen und Brustkrebssterblichkeit im „Einzugsbereich“ des Registers vorgestellt. Leider fehlen die neuen Zahlen zu Berlin bisher noch. Kurzgefasst hier einige der Ergebnisse:

Neuerkrankungen (Inzidenz)

  • In Deutschland erkrankten ca. 70.000 Frauen an Brustkrebs (mit Quellenangabe GEKID-Atlas).
  • Seit Beginn der elektronischen Registrierung im Jahr 1961 stiegen die Erkrankungsraten (Inzidenz).
  • Seit den 1970er Jahren ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.
  • Die Anzahl der sog. „Vorstufen“ (DCIS) ist von 1,0 auf 100.000 Frauen im Jahr 1990 auf 7,0 je 100.000 Frauen bereits vor Beginn des Screenings angestiegen.
  • Im Zeitraum von 2003 bis 2006 verzeichnet das GKR einen in fast allen Ländern im Einzugsbereich sichtbaren Knick bei den Erkrankungsraten, die jährlich jeweils um 2,3% absanken. Der Rückgang werde als Effekt des Rückgangs bei der Verschreibung der Hormonersatztherapie diskutiert.
  • Der dann einsetzende steile Anstieg – um jährlich bisher 12,4% in den ostdeutschen Bundesländern – ist auf das Mammographie-Screening zurückzuführen. Die ESR bezüglich der Erkrankungsraten (Inzidenz) ist inzwischen von 206,7 je 100.000 Frauen auf 289,3 im Jahr 2008 hochgeschnellt. Das entspreche einer Steigerung um 40%. Auch die Anzahl der nicht-invasiven Tumoren hat sich im Vergleich zum „Vorscreening-Zeitraum“ mehr als verdoppelt – von 19,0 auf 43,3 je 100.000 Frauen.
  • Die „Steigerung der Neuerkrankungsraten“ führt das GKR vor allem auf die Einführung des Mammographie-Screenings zurück.

5-Jahresüberlebensraten

  • 85% aller Frauen im Einzugsbereich des GKR (n=27.552) überlebten die ersten fünf Jahre nach Diagnosestellung. Zum Vergleich: In den Jahren 1961 – 1964 überlebten 52,1% (n=9.343) der Frauen.

Tumorstadien

  • Durch das Mammographie-Screening wurde der Anteil der Frauen mit dem Tumorstadium I im Jahr 2008 auf 38,5% gesteigert.

Brustkrebssterblichkeit („Mortalität“)

  • Die Brustkrebssterblichkeit in den ostdeutschen Bundesländern ist in den letzten 15 Jahren um 30% zurückgegangen (altersstandardisierte Mortalitätsrate (ESR) 21,1 je 100.000 Frauen, absolut 3.084 Frauen und 16 Männer).
  • Die Brustkrebssterblichkeit ist rückläufig, sie betrage für Deutschland aktuell jährlich 1,75%, sei aber mit 2,2% in den neuen Bundesländern noch stärker ausgeprägt (Berlin: 1,7%).

Risikofaktoren

Das GKR benennt als Risikofaktoren für Brustkrebs Alter, Geschlecht und Genetik (nicht beeinflussbar) sowie Reproduktionsverhalten, Hormone (Pille, Hormonersatztherapie, Umwelthormone werden nicht aufgeführt) und Lebensstil unter Hinweis auf postmenopausale Frauen, Bewegungsmangel und Übergewicht.

Weitere neue Zahlen aus Berlin stehen bisher noch aus.

Weiterlesen

GKR – Fakten und Wissenswertes, Ausgabe 2: Brustkrebs von Heide Wilsdorf-Köhler, Brigitte Streller und Roland Stabenow (Juni 2011)

Brustkrebs in Berlin (Basisbericht der Gesundheitsberichterstattung des Senats von Berlin 2009)

Brustkrebs in Berlin (Basisbericht der Gesundheitsberichterstattung des Senats von Berlin 2008)

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