Frauen, bitte zur Kasse!

(Last Updated On: 7. Dezember 2008)
Titelblatt der aktuellen clio, die unabhängige Frauenzeitschrift aus dem FFGZ in Berlin

Titelblatt der aktuellen clio, Frauenzeitschrift aus dem FFGZ in Berlin


Die neue Ausgabe der Zeitschrift „clio“ widmet sich aktuellen Fragen der Gesundheitsversorgung, z.B.

  • Migräne
  • Depressionen
  • Rauchen
  • Arbeitslosigkeit macht (Frauen) krank
  • Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) und mehr.

Wichtig ist auch der Beitrag „PatientInneninformation muss unabhängig bleiben“ der Soziologin Hedwig Diekwisch. Außerdem gibt es eine aktuelle und umfassende Liste mit Lesetipps zu neueren Büchern zur Frauengesundheit, zusammengestellt von Mechthild Wilke.

Zum Inhalt:

Die Ökonomisierung im Gesundheitswesen schreitet voran, an allen Ecken wird gespart und das Schlagwort Zweiklassenmedizin ist längst bittere Realität. Dies bedeutet für die gesetzlich Versicherten nicht nur längere Wartezeiten und Kosten für Leistungen, die nicht zwingend notwendig sind, sondern als Folge der Überversorgung (bei privat Versicherten) auch geringere Kapazitäten der ÄrztInnen für die wirklich Kranken. Frauen haben weniger finanzielle Ressourcen als Männer, gehen häufiger zur ÄrztIn und werden dort mit den sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) konfrontiert. Diese sind selbst zu bezahlen und der Nutzen nach evidenzbasierten Kriterien ist schwer einschätzbar. Verkauft werden sie ihnen damit, dass sie doch etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Wer würde da nein sagen?

Im neuen „clio“ gibt es die wichtigen Informationen zu den IGeL-Leistungen, mit Schwerpunkt Gynäkologie: Was macht Sinn und was muss beachtet werden, um nicht unnötig zu bezahlen?

Das vorzeitige Krankheits- und Sterberisiko ist bei Menschen, die arbeitslos sind und keine Perspektiven mehr für sich sehen, deutlich erhöht. Auffällig ist, dass die Sterblichkeit arbeitsloser Frauen höher ist. Sowohl in den Auswirkungen als auch in den Bewältigungsstrategien von Arbeitslosigkeit zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Das FFGZ Berlin stellt ein wirkungsvolles Projekt zur Gesundheitsförderung arbeitsloser Frauen vor.

Ein weiterer Schwerpunkt befasst sich mit chronischen Befindlichkeitsstörungen, die häufig aus Belastungen erwachsen und von denen Frauen überwiegend betroffen sind: Migräne und Depression.

Zwei Artikel widmen sich dem Thema Sucht, der eine dem Rauchen und den Effekten, die Zigaretten haben, der andere den Suchtmitteln Alkohol und Medikamente – beide unter frauenspezifischen Aspekten. Frauen holen in den Bereichen Rauchen und Alkoholmissbrauch auf, was zu einer erheblichen Erhöhung ihrer Gesundheitsrisiken beiträgt.

Auch Mammographie und Brustultraschall sind erwähnt, allerdings fehlt der Hinweis, dass die Mammographie (einschließlich aller ggf. erforderlichen Folgeuntersuchungen) im Screening-Programm wie auch bei vorliegenden Symptome kostenlos für die Frau sind. Die Kosten werden von den Krankenkassen getragen. Von Mammographien außerhalb des Screenings sollte grundsätzlich eigentlich eher abgeraten werden, da Qualitätssicherung und Evaluation nicht gegeben sind. Der Brustultraschall ist nach der Bewertung der WHO als Screening-Verfahren zur Senkung der Brustkrebs-Sterblichkeit eher nicht geeignet. Eine Empfehlung zu einem Screening mit Ultraschall wird eigentlich von keiner Seite ausgesprochen und es handelt sich um eine Zusatzuntersuchung, die bei bestimmten Indikationen eingesetzt wird.

Die clio 67 erscheint mit den wunderbaren Bildern der Malerin Ute Kühne.

Quellenangabe: FFGZ

Bezugsmöglichkeiten
„clio. Die Zeitschrift für Frauengesundheit“ ist zu beziehen gegen 3,90 Euro über den Buchhandel mit der ISSN-Nummer: 0933-0747 oder direkt über das Feministische FrauenGesundheitsZentrum e.V., Bamberger Str. 51, 10777 Berlin, Tel 030 – 213 95 97, Fax: 030 – 214 19 27, E-Mail: ffgzberlin@snafu.de (zzgl. Versandkosten 1,20 €).

Webseite des FFGZ
http://www.ffgz.de/

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