Hormontherapie („Hormonersatztherapie“, HET) und Brustkrebs

(Last Updated On: 29. November 2013)

… wird fortgesetzt …

Einschätzug Dr. Susan Love

Es ist inzwischen zehn Jahre her, dass die Studie der Women’s Health Initiative (WHI) abgebrochen wurde, Zeit erneut Bilanz zu ziehen. Dr. Susan Love, die weltweit Frauen durch ihre fundierten Veröffentlichungen „Das Brustbuch“ und „Das Hormonbuch“ bekannt ist, stellte 2009 in der New York Times fest,

„der stärkste Rückgang von Brustkrebs sei nicht den Verbesserungen in der Brustkrebstherapie zu verdanken. Der Verzicht auf eine Therapie – nämlich der Rückgang der Verordnungen bei der Hormonersatztherapie – ist die Ursache für diesen bisher stärksten Rückgang von Brustkrebs.“

Einschätzung Dr. Maria Beckermann

Dr. Maria Beckermann, 1. Vorsitzende des Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF), schrieb für das Deutsche Ärzteblatt den Report „Postmenopausale Therapie mit und ohne Hormone: Was in der Praxis heute zählt„. Der Artikel befasst sich ausführlich mit den unterschiedlichen Aspekten der Hormontherapie. Wir haben den Abschnitt zu Brustkrebs mit dem Titel “ Bilanz Hormontherapie und Brustkrebs – 10 Jahre nach Abbruch der Hormonersatztherapie“ für interessierte Frauen auch bei uns auf der Webseite veröffentlicht.

Auswirkungen des Abbruchs der WHI-Studie – Resümee nach 10 Jahren

Im Juli 2002 wurde in den USA die Studie der Women’s Health Initiative, die größte randomisierte Studie zur Hormontherapie in den Wechseljahren, abgebrochen, da nachgewiesen worden war, dass die synthetischen Hormone bei gesunden Frauen ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachten, insbesondere ein erhöhtes Risiko von Brustkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Studienergebnisse führten zu einem weltweiten Paradigmenwechsel im Umgang mit der Hormontherapie und damit auch den Wechseljahren. Die Hormone werden inzwischen wesentlich weniger verordnet, was zu einem direkten Rückgang der Brustkrebserkrankungen aufgrund der Hormoneinnahme führte. In den USA erkrankten seitdem schätzungsweise 160.000 Frauen nicht an Brustkrebs, in Deutschland ca. 50.000.
Seit 2009 gibt es die S 3-Leitlinie, die besagt, dass die Hormontherapie nur bei sehr starken Hitzewallungen, eventuell kombiniert mit Schlafstörungen, wenn keine anderen Behandlungen anschlagen, genommen werden sollen, möglichst niedrig dosiert und maximal zwei Jahre. Die Realität in der gynäkologischen Standardpraxis sieht allerdings noch anders aus, es werden noch immer häufig Hormone verordnet. Vielfach wird nun allerdings auf Antidepressiva ausgewichen.

Umfassende Informationen des FFGZ Berlin

Die Wechseljahre, ein natürlicher Prozess im Leben von Frauen, können mit ausgewogener Ernährung, ausreichendem Sport und Stressreduktion gut bewältigt werden.
Die Broschüre Wechseljahre – praktische Begleitung in dieser Lebensphase  des FFGZ Berlin informiert umfassend und ganzheitlich.

 

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