Krebs als Viruskrankheit oder Was macht eigentlich Susan Love (Teil 11)

(Last Updated On: 13. April 2012)

25% aller Krebserkrankungen bei Frauen in Entwicklungsländern gehen auf HPV-Viren zurück. Auch an Viren, die Brustkrebs auslösen, wird geforscht. Susan Love hat gerade am Jahrestreffen der American Association for Cancer Research (AACR) teilgenommen und berichtet in ihrem Blog, wie sehr die unterschiedlichen Vorträge, die sich allerdings mehr mit Krebs allgemeinen und weniger mit Brustkrebs im Besonderen befassten, sie zum Nachdenken gebracht haben. Sie vermerkt weiter, dass die ganz großen Hoffnungen auf die sog. „zielgerichteten Therapien“ (targeted therapies), die in den vergangenen Jahren in aller Munde waren, verklungen sind, auch wenn sie natürlich weiterhin eine Rolle spielten.

Neue, noch unsichtbare Ziele gelangen ins Blickfeld, Stand der Krebsforschung seit ungezählten Jahren. Besondere Beachtung auf dem Kongress fand die sog. Microumgebung, die Nachbarschaft, in der Krebs entsteht und zu der das Immunsystem gerechnet werden könne. Das Immunsystem, bestehend aus guten und weniger guten Immunzellen, vorgestellt von der Wissenschaftlerin Dr. med. Lisa M. Coussens, toleriere scheinbar unter bestimmten Bedingungen die Entstehung von Tumoren und befördere gar deren Wachstum. Coussens untersuchte die Entdeckungen am Mausmodell, und diese sollen nun im Rahmen einer Multicenter-Studie an Frauen mit metastasiertem Brustkrebs überprüft werden. Alles sehr interessant, aber bis mögliche positive Ergebnisse in der Routinebehandlung landeten, vergehe noch viel Zeit, so beschreibt es auch Love wieder.

Die Vermeidung von Krebs dagegen gehöre unerwartet zu den größeren Erfolgserlebnissen. Dabei geht es um das HPV-Virus. Bei Frauen in Entwicklungsländern soll HPV für rd. 25% aller Krebserkrankungen bei Frauen ursächlich sein – leider gibt Love keine vergleichenden Zahlen für westliche Länder an. Die von Love als sehr sicher beschriebene Impfung wirke nicht nur gegen Gebärmutterhalskrebs und sorge auch für weniger Krankheitsrückfälle bei schon betroffenen Frauen, es sähe sogar danach aus, dass die Impfung Vulva- und Vaginalkrebse, Penis- und Analkrebse, viele Formen von Kopf- und Halskrebsen und genitalen Warzen verhüte.  Andere Formen der Vermeidung seien die Reduktion von Übergewicht durch Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten, mehr Bewegung und Verzicht auf die Hormonersatztherapie. Während Behandlung und komplizierte hochpreisige Medikamente eher für viele Wissenschaftler interessant seien, wären es vielmehr diese Ansätze einer öffentlichen Gesundheitsvorsorge, die die Welt veränderten …

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Susan Love: Reporting from the 2012 AACR Annual Meeting, 10.04.2012

 

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