Mammographie-Screening: Kommunikation | Fraueninformation „nach europäischen Leitlinien“

(Last Updated On: 17. Januar 2015)

Kommunikation im Mammographie-Screening (Kapitel 12 der europäischen Leitlinien)

Im Mammographie-Screening werden Frauen ohne Symtome für eine Brustkrebserkrankung zu einer Mammographie mit dem Ziel einer Brustkrebsfrüherkennung eingeladen. Die Frauen müssen dabei über die Vor- und Nachteile einer Teilnahme am Screening-Programm aufgeklärt werden, damit sie eine informierte Entscheidung bezüglich der eigenen Teilnahme treffen können. Alle Gesichtspunkte des Screenings, Vorteile und Nachteile, müssen klar, deutlich und neutral erläutert werden, um mit vorhandenen Ängste der Frauen vor, während oder nach einer Teilnahme adäquat umzugehen.

Die zur Verfügung gestellten Informationen müssen ehrlich, angemessen, evidenzbasiert, zugänglich, respektvoll und neutral auf die individuellen Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten sein.

Alle am Screening beteiligten medizinischen Fachkräfte müssen sensibel kulturelle, linguistische, religiöse, erzieherische oder sozioökonomische Faktoren berücksichtigen.

Das Einladungsschreiben und Merkblatt sollte nachfolgende Informationen enthalten:
Zweck des Screenings, Zielbevölkerung für des Programms, Häufigkeit des Screenings, Vor- und Nachteile, Kosten der Untersuchung bzw. Kostenfreiheit, Form der Terminvereinbarung oder -änderung, Übermittlung und Einstufung von Ergebnissen, Möglichkeiten und Arten weiterführender Untersuchungen und Anlaufstellen, bei denen die Frauen weitere Informationen über Screening und Brustkrebs erhalten.

Potenzielle Qualitätsindikatoren für die Kommunikation im Screening-Programm:

  • Telefonischer Beratungsdienst für die zum Screening eingeladenen Frauen
  • Mehrere Informationsangebote zum Screening in unterschiedlichen Formen
  • Schriftliche Informationen, die bei der Zielbevölkerung auf Akzeptanz und Lesbarkeit getestet wurden
  • Informationsmaterialien für unterschiedliche ethnische oder sozial schwache Gruppen
  • Verbreitung der Informationen auch über beteiligte nicht medizinische Organisationen
  • Festgelegte Beratungsverfahren
  • Persönlich vermittelte Informationen auf Anfrage verfügbar
  • Organisierte Kommunikationskurse für Dienstleister im Screening
  • Beteiligung von Frauen an der Entwicklung und Beurteilung des Infomaterials Zufriedenheitsumfrage unter der Zielbevölkerung
  • Bereitstellung von Informationen über das Internet

Quelle: European Guidelines in Breast Cancer Screening (pdf), Kapitel 12: Guidance on breast screening communication, S. 379 ff
Brustkrebs-Screening: Leitlinien für die Kommunikation (pdf, Kapitel 12 der Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung des Brustkrebs-Screenings) / hrsg. von der Kooperationsgemeinschaft Mammographie & versehen mit einem Vorwort von Helga Kühn-Mengel (April 2008, s. Abbildung rechts)

[Aktueller Hinweis: Auch diese Broschüre zeigt, vollständig gelesen, dass eine einfache Übertragbarkeit aus dem Europäischen Zusammenhang in unsere hiesige Versorgungslandschaft nicht ohne Weiteres möglich ist. Positive, aber auch kritische Aspekte kommen in den Inhalten zum Tragen. Ethische Prinzipien dieser von der Kooperationsgemeinschaft Mammographie im Jahr 2008 herausgegebenen Übersetzung eines Auszugs aus den European Guidelines werden unserer Auffassung nach von der Kooperationsgemeinschaft selbst gegenwärtig (Stand 2015) nur relativ unzureichend umgesetzt, da die Ansprache von Frauen im Zusammenhang durch die Kooperationsgemeinschaft aktuell eher einen werbenden, denn einen neutral informierenden Charakter angenommen hat. Die Einmischung in die konkrete Ausgestaltung von Gesundheit durch europäische Behörden wurde jüngst auch durch die Gruppe der Patientenvertreter auf EU-Ebene geübt, s. dazu auch: Normierung von Gesundheitsdienstleistungen auf EU-Ebene]
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