FFGZ Berlin berichtet neue Daten zu Mammografie-Screening und Brustkrebssterblichkeit

(Last Updated On: 31. Januar 2014)

In den meisten europäischen Ländern ist die Brustkrebssterblichkeit gesunken. Das berichtet das Feministische Frauengesundheitszentrum FFGZ im Newsletter vom 23.09.2011 und bezieht sich dabei auf die im British Medical Journal (BMJ 2011; 343: d4411) veröffentlichten Daten, denen zufolge diese Senkung, wenn überhaupt, nur zu einem geringen Anteil der Einführung der Mammografie zu verdanken sei.
Das FFGZ berichtet weiter:

„Philippe Autier und Mitarbeiter werteten Daten der WHO-Datenbank zu Todesursachen und Screening, Krebsbehandlung und Risikofaktoren für Brustkrebssterblichkeit aus. Die Länder hatten die Screening-Programme im Abstand von 10 bis 15 Jahren eingeführt. Von 1989 bis 2006 sank die Brustkrebssterblichkeit in Nordirland um 29% und in der Republik Irland um 26 %, in den Niederlanden um 25%, in Belgien um 20 %, in Schweden um 16% und in Norwegen um 24%. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass das Screening keine direkt Rolle bei der Reduzierung der Brustkrebssterblichkeit spielt. Die Senkung der Sterblichkeit wird im Wesentlichen der Verbesserung der Qualität der Versorgung zugesprochen.
Der erfreulichen Senkung der Brustkrebssterblichkeit steht allerdings ein starker Anstieg der Diagnosen seit Einführung des Screenings gegenüber. Die neuen Zahlen des Krebsregisters der ostdeutschen Bundesländer zeigen einen Anstieg der Diagnosen seit Einführung des Mammografie-Screenings um 40 Prozent von 206,7 auf 289,3 je 100 000 Frauen. Auch die nicht-invasiven Diagnosen, sogenannte In-situ-Tumore, lagen im Jahr 2008 mit 43,3 je 100.000 mehr als doppelt so hoch wie die des Vor-Screening-Zeitraums mit 19 je 100 000. (GKR Berlin, Juni 2011). Nach neuesten Erkenntnissen ist darin ein hoher Anteil an Überdiagnosen enthalten. Dies sind Formen von Brustkrebs, die nie gefährlich würden, wenn sie unerkannt bleiben. Diese Ergebnisse bestätigen, dass Frauen genau für sich abwägen sollten, welche Vor- und Nachteile die Teilnahme am Screening für sie hat.“

Info-Veranstaltung: Mammografie-Screening als Brustkrebsfrüherkennung – was nützt es?

Zu dieser Frage bietet das FFGZ Berlin vor dem Hintergrund des Mitte 2006 in Berlin begonnenen „Mammografie-Screenings für Frauen zwischen 50 und 69“  am 12.10.2011 im FFGZ in Berlin und am 02.11.2011 in der Volkshochschule Reinickendorf eine Informationsveranstaltung an. Frauen dieser Altersgruppe können alle zwei Jahre kostenlos und freiwillig eine Röntgenaufnahme der Brust machen lassen. Jede Frau ist also gefordert, sich zu entscheiden, ob sie dieses Angebot annehmen möchte oder nicht. Dazu ist es notwendig, sich umfassend zu informieren, ob die Untersuchung gemacht werden soll und was bei einer Teilnahme auf  die einzelne Frau zukommen kann. Die Veranstaltung informiert über den aktuellen Stand und möchte die persönliche Entscheidungsfindung unterstützen und Ängste abbauen helfen.

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