Potenziell Krebs verursachend: Mineralöl in Kosmetika

(Last Updated On: 6. Juni 2015)
Die Stiftung Warentest hat am 26.05.2015 einen Test von insgesamt 25 Kosmetikprodukten veröffentlicht – mit erschreckendem Ergebnis: Alle enthielten Mineralöle, die im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen.
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Bei einem Test von Körperölen für ihr „test“-Heft 3/2015 war der Stiftung Warentest aufgefallen, dass diese aromatische Kohlen­wasser­stoffe (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons, kurz MOAH) enthielten. Daraufhin wurden nun weitere Körperöle sowie Cremes, Baby- und Lippen­pflege, Hair­styling­produkte und Vaselinen untersucht. Ergebnis:
„Alle untersuchten Kosmetika, darunter Marken wie Bebe, Blistex, Dove, Labello, Nivea und Penaten, sind mit MOAH belastet.“

Da Lippenpflegeprodukte über den Mund direkt in den Körper aufgenommen werden können, rät Stiftung Warentest von Lippen­produkten, die mit Mineralöl hergestellt werden, generell ab. Aber auch bei anderen Körperpflegeprodukten können die gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe über die Haut aufgenommen werden.

Die Stiftung Warentest fand die höchsten Belastungen übrigens bei Vaselinen, die ausschließlich aus Mineralölen hergestellt werden: sie enthalten bis zu 9 Prozent MOAH, was dem 15.000-Fachen der Funde bei Analyse von Lebens­mitteln entspricht. Enthalten sind zum größten Teil gesättigte Kohlen­wasser­stoffe (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons, kurz MOSH), die zwar nicht als Krebs verursachend eingestuft sind. Da sie sich jedoch – mit noch ungeklärten Folgen – im Körper anreichern können, werden sie ebenfalls kritisch bewertet.

Es heißt also: Liste der Inhaltsstoffe lesen, auch bei Kosmetika. In zertifizierter Naturkosmetik dürfen die keine Mineralöle enthalten sein. Aber auch bei konventioneller Kosmetik gäbe es genügend unbedenklichere Alternativen, so Stiftung Warentest.

Quelle / Weiterlesen

Wir verweisen an dieser Stelle auch auf unsere Links zu „ToxFox“ vom BUND und „Giftfrei einkaufen“ von WECF auf allen unseren Webseiten, s. jeweils linke Spalte. Mit „ToxFox“ hat der BUND eine Möglichkeit zum Check von Kosmetika auf hormonell wirksame Substanzen entwickelt. Diese kann am Computer, an mobilen Endgeräten oder per App mit dem Handy direkt am Regal beim Einkauf genutzt werden. Auch mit der App „Giftfrei einkaufen“ von WECF lasssen sich Babyprodukte, aber z.B. auch Reinigungsmittel etc. auf Schadstoffe prüfen.

Bildnachweis: Screenshot Stiftung Warentest / BCAG 27.05.2015