Sarah Horton – Being Sarah: Was wir lieben, müssen wir schützen …

(Last Updated On: 13. März 2019)

Es ist ein Anschlag und es ist natürlich nicht gerade das, was aktuell von überlebenden Brustkrebspatientinnen gern gesehen wird. Wer Krebs hat, muss dankbar sein, nicht aber eine „heilungsbessene Gesellschaft“ kritisieren.  „Wir sehen die Zerstörung, die die Krankheit macht, nicht“, sagt Sarah Horton. Die moderne medizinische Therapie, Mastektomie, Chemotherapie, Haarverlust, Übelkeit, Silikonimplantate usw., all dies wird uns mit einer rosa Schleife verpackt. Sarah Horton stellt unbequeme Fragen nach den Verantwortlichen und ist eine andere Stimme – garantiert antipink  -, die den Rummel um die rosa Schleife scharf kritisiert, wenn auch leider wieder nur in englischer Sprache. Sie kommt aus Liverpool, spricht aber auch mit ihren Bildern zu uns. Und vielleicht deswegen lohnt es sich doch, auch für die eine oder andere von uns hier, einen Blick auf Sarahs Webseiten, Videos, ihre Bilder oder ihr Buch „Being Sarah“, das sie selbst verlegt hat, zu werfen. Sarahs Mann Ronnie unterstützt und begleitet sie. Er macht Fotos, übernimmt die technische Unterstützung bei den Videos.

Sarahs Themen sind „pink washing“, die ungesunde Geschäftemacherei mit Brustkrebs und Wahlmöglichkeiten bei der Therapie, die es einfach geben muss. Der „qualitätsgesicherte“, „leitliniengerechte“, „einzig richtige“ und „evidenzbasierte“ Weg ist eben nicht immer der einzig mögliche und passt auch nicht für Jede. Sarah berichtet über ihre Erfahrungen mit dem staatlichen Gesundheitsdienst NHS in Großbritannien („We love the NHS. And we talk about it.“, tja, wenn wir das über die verworrene Situation unserer „Gesundheitsreform“ hier in Deutschland doch auch sagen könnten …), und sie thematisiert Krebsvermeidung und die Zusammenhänge zwischen Brustkrebs und Umweltbelastung.

Ein Trugschluss ist die „alles klar“-Mentalität, dass wir doch eigentlich ganz gut leben damit, mit all den Therapien, dass Brustkrebs doch heute „heilbar“ ist und „vollständig geheilt“ werden kann. Unsere westlichen Gesellschaften ignorieren die Debatte über Vermeidung. Warum ist das so, und was hat das mit den heiklen politischen Fragen über die Ursachen von Krebs zu tun?

"What we love, we must protect." from Sarah Horton on Vimeo.

In der vergangenen Woche ist Sarah nach Brüssel gefahren. Sie hat wieder ein Video mitgebracht, mit Bildern aus dem Europäischen Parlament, Bilder von Sandra Steingraber, Biologin, Umweltwissenschaftlerin, Mutter, Autorin, Krebsüberlebende. Steingraber stellt unermüdlich die Ursachen zu Krebs auf die Tagesordnung. „Was wir lieben, müssen wir schützen“ (What we love, we must protect) – Sandra Steingraber, Europäisches Parlament, November 2011. Das Video im Europäischen Parlament entstand mit Hilfe von Helen Lynn.

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