Love, Susan

(Last Updated On: 2. April 2017)

Dr. Susan Margret Love (*09.02.1948) ist eine feministische, offen lesbisch lebende US-amerikanische Ärztin und Chirurgin, die sich in ihrer beruflichen Laufbahn früh auf Brustkrebs spezialisiert hat. Sie war Professorin für Chirurgie und Inhaberin des Lehrstuhls für Frauengesundheit in Los Angeles. Sie engagierte sich in verschiedenen Organisationen der Frauengesundheitsbewegung in den USA und begründete 1991 gemeinsam mit Susan Hester und Amy S. Langer die amerikanische nationale Brustkrebskoalition National Breast Cancer Coalition (NBCC).

Beruflicher Werdegang

Love besuchte das College of Notre Dame in Baltimore und war dann zwei Jahre Novizin in einem Kloster in York City, bevor sie Medizin studierte. 1970 machte sie ihren Bachelor Abschluss an der Fordham University und erhielt danach ihren Abschluss als Ärztin (M. D.) am SUNY Downstate Medical Center in Brooklyn. Ihre Facharztausbildung als Chirurgin schloss sie 1979 am Beth Israel Hospital (als Chief Resident) ab. Ab 1980 war sie Instructor in Chirurgie und von 1987 bis 1992 Assistant Professor in Klinischer Chirurgie an der Harvard Medical School. Daneben war sie ab 1981 im Brust-Zentrum des Dana Farber Cancer Institute und gründete 1988 ein Love_SusanBrustkrebs-Zentrum in Boston, das Faulkner Breast Center, bei dem ausschließlich Frauen angestellt waren. Im Jahr 1992 gründete sie das UCLA Breast Center, das nach einer Spende durch den REVLON-Konzern 1996 in REVLON / UCLA Breast Center umbenannt wurde. Love arbeitete dort bis 1997. Gleichzeitig wurde sie Adjunct Professor für Chirurgie an der University of California (UCLA), später für Frauengesundheit. 1995 wurde sie Direktorin des Breast Cancer Institute, das seinen Namen 2004 in Dr. Susan Love Research Foundation änderte (Sitz zunächst Pacific Palisades und später Santa Monica). Seit Ende der 1990er Jahre arbeitet Love nicht mehr als Chirurgin und widmet ihre Arbeit der Brustkrebsforschung mit sehr vielfältigen Forschungsansätzen (Ursachenforschung, Vermeidung, Vakzinierung, Therapie in verschiedenen komplexen Behandlungssituationen, in denen bisher Wege fehlen). So arbeitet sie u.a. an der Entwicklung einer Untersuchungsmethode (Ductal Lavage, Spülung der Milchgänge), bei der die Kanäle des Milchdrüsensystems durchspült werden, um die Zellen der Flüssigkeit auf Krebszellen hin zu untersuchen. [1]

Susan Love hat in US-Präsident Bill Clintons Cancer Advisory Board mitgearbeitet. [2]

Ursachen von Brustkrebs

1993 stellt Susan Love bezüglich der Ursachen von Brustkrebs fest, dass alle Krebserkrankungen genetisch bedingt seien, wenn auch nicht zwangsläufig erblich. Das hieße, dass die Gene durch Karzinogene verändert werden könnten. Man wüsste allerdings noch nicht im Detail, wie die Karzinogene direkt Einfluss auf die Zelle nähmen [was sie machen]. Der Schlüssel sei noch nicht gefunden. Es könnten Hormone sein oder Viren, Pestizide, Nahrungszusätze und eine Million andere Dinge.[3]

Vermeidung von Brustkrebs

In einem kurzen TV-Interview anlässlich einer Frauengesundheitskonferenz im Jahr 2010 gibt Susan Love 5 Tipps mit auf den Weg, um Brustkrebs zu vermeiden:
1. Vermeidung von Alkohol,
2. Vermeidung von unnötiger ionisierender Strahlung,
3. jung Kinder bekommen (vor dem Alter von 35),
4. unter dem Alter von 40 auf Mammographie verzichten, mit Ausnahme bei konkretem Verdacht auf Brustkrebs,
5. Bewegung und Ruhe.
Vermeidung von Umweltbelastungen und Ansätze einer Primärprävention spricht sie hier nicht an.

Familie

Susan Love ist mit ihrer Partnerin, der Ärztin und Chirurgin Helen Cooksey, verheiratet. Die beiden haben eine Tochter, Katie, die sie gemeinsam als zwei Mütter großgezogen haben.

Eigene Krebserkrankung

Auf der Webseite ihrer Stiftung, der Dr. Susan Love Breast Cancer Research Foundation, informiert Susan Loves Mitarbeiterin Naz Sykes in dem Artikel A Message from  Dr. Love vom 13.06.2012, dass Susan Love an Leukämie erkrankt ist.

Auszeichnungen

1998 erhielt sie den Walker Prize des Boston Museum of Science, 1999 den Alumni Achievement Award ihrer Alma Mater und 2004 den Lila A. Wallis Award der American Medical Women’s Association.

Veröffentlichungen

  • mit William Silen, W. Earle Matory Jr. Atlas of techniques in breast surgery, Philadelphia, Lippincott-Raven Publishers 1996
  • mit Karen Lindsey Autorin von Das Brustbuch: Was Frauen wissen wollen (dt. Erstausgabe Ausgabe 1996 gebunden bei Limes, als Taschenbuch bei dtv erschienen, Originalausgabe: Dr. Susan Love’s Breast Book 1990). Im Brustbuch „teilt sie nicht nur ihr Wissen als Ärztin auf eine anschauliche und verständliche Weise mit Frauen, sondern vermittelt ihnen überdies die Erkenntnis, dass die Medizin nicht allmächtig ist und deshalb Frauen gut daran tun, ihrer eigenen Wahrnehmung zu vertrauen“ (S. 71). Die Methoden der konventionellen Krebsbehandlung nennt sie barbarisch und charakterisiert sie sehr drastisch mit den Worten „slash, burn and poison“ (zerschneiden, verbrennen und vergiften). […] Sie nahm der Medizin einen Teil des Nimbus als unanfechtbare Instanz in Gesundheitsfragen, den diese für große Teile der Bevölkerung immer noch hat. Dadurch trug sie sicher nicht unwesentlich zur „Selbstermächtigung“ der betroffenen Frauen – im Sinne von Empowerment – bei.“ (S. 72).
  • 1999 erschien in deutscher Sprache auch Das Hormonbuch: Was Frauen in den Wechseljahren wissen sollten (Fischer TB, Frankfurt/M.). Fischer TB, 3. Auflage, 2001, ISBN 3596146259 (englisches Original Dr. Susan Love’s Hormon Book: making informed choices about menopause, Random House 1997)
  • mit Alice Domar, Leigh Ann Hirschman Live a little!: breaking the rules won’t break your health, New York, Crown, 2009

Links

Artikel zur Arbeit von Susan Love bei uns

Quellenangaben

[1] Einige Angaben in diesem Abschnitt wurden ohne Prüfung aus dem neuen Artikel zu Susan Love von wikipedia.de [Abruf 02/2013] übernommen. Wikipedia hat zuvor den vor einigen Jahren von uns angelegten Eintrag zu Susan Love gelöscht, da angeblich unbedeutende Person. Schön, dass ein Artikel jetzt auch endlich da ist.
[2] Clinton Names Six to the National Cancer Advisory Board, JNCI J Natl Cancer Inst (1999) 91 (1): 19a-19. doi: 10.1093/jnci/91.1.19a
[3] The Anguished Politics of Breast Cancer von Susan Ferraro, New York Times Magazine, 15.08.1993

Bildnachweis: Calvin Fleming, (CC BY-NC-SA 2.0) 2011, aufgenommen bei der Veranstaltung „Lesbians and Breast Cancer“, 29.01.2011 in San Diego, US

 

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