Theo Colborn

(Last Updated On: 5. Dezember 2016)

Theo (Theodora) Colborn (1927-2014) gründete und leitete The Endocrine Disruption Exchange (TEDx), eine gemeinnützige Non-Profit-Organisation (501 c 3) mit Sitz in Paonia, Colorado, die sich mit der Information, Erforschung, Langzeitwirkungen und Karzinogenität von Chemikalien befasst, die in lebenden Organismen hormonelle Wirksamkeit entfalten, den sog. endokrinen Disruptoren. Colburn, die über einen B.A.-Abschluss in Pharmakologie (1947) sowie einen Master-Abschluss in Biologie mit dem Schwerpunkt Wasserökologie (1981) verfügte, habilitierte 1985 an der Universität von Wisconsin in Zoologie und war emeritierte Professorin für Zoologie der University of Florida, Gainesville, USA. Sie war u.a. beim Worldwide Fund of Nature beschäftigt und forschte Jahrzehnte lang an den Auswirkungen von endokrinen Disruptoren auf Mensch und Tier. Sie hat u.a. Kommissionen unterstützt, die die US-Regierungen beraten haben. Auch die Association of Birth Defect Children hat sie beraten. Anfang August 1987 trat Colborn dem Team der 1972 gegründeten Conservation Foundation bei.

Arbeitsschwerpunkt von Colborn ist die Erforschung der gesundheitlichen Auswirkungen von endokrinen Disruptoren. Sie erkannte, dass Schäden an Tieren (z.B. Krebserkrankungen von Fischen, wie sie beim 14. Annual Aquatic Toxicity Workshop 1987 in Toronto vorgestellt wurden) nicht nur für die Tiere von Bedeutung sind, sondern auch für die menschliche Gesundheit eine hohe Relevanz haben. Nach dem Erkenntnisstand von 1987 wurde das Krebs auslösende Potential speziell den polyaromatischen Kohlenwasserstoffen zugeschrieben:

„eine Substanzklasse, die man in Mineralölprodukten findet und die auch bei der unvollständigen Verbrennung von allem kohlenwasserstoffhaltigen Material – vom Benzin bis zum Hamburger auf dem Holzkohlengrill – entsteht.“

In dem Dokumentarfilm Underkastelsen des schwedischen Dokumentarfilmers Stefan Jarls bezeichnete Colborn die von hormonaktiven Substanzen ausgehende Gefahr als größere Bedrohung als die Folgen des Klimawandels.

Auszeichnungen

Neben einigen anderen Preisen wurde Colborn im Jahr 1999 der Rachel Carson-Preis verliehen.

Veröffentlichungen

Gemeinsam mit Dianne Dumanoski und John Peterson Myers verfasste sie das Buch „Die bedrohte Zukunft“ (Originaltitel: Our Stolen Future, Erstaufl. Dutton, Peguin Books (NY) 1996, ISBN 0-525-93982-2). Es ist in zahlreiche Sprachen übersetzt worden. Die deutschsprachige Auflage erschien ebenfalls 1996 (Droemer Knaur, ISBN 3-426-26-26864-7) und ist auch antiquarisch nur schwer beschaffbar (Stand 08/2013).

Über Theo Colburn

Die Hormon-Falle: Unfruchtbarkeit durch Chemikalien, greenpeace magazin 1/1997 (archive.org)

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