ToxFox – Kosmetik-Check für Smartphones & online

(Last Updated On: 5. Dezember 2016)

Viele Kosmetika und Körperpflegeprodukte enthalten hormonell wirksame Chemikalien, die die Gesundheit schädigen können. Sie werden u.a. in einen Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs gebracht. Der BUND – Friends of the Earth Germany hat jetzt ein neues Werkzeug entwickelt: Mit „ToxFox“, einer Datenbank, die auf dem Handy und online Kosmetika und Körperpflegeprodukte via Artikel-Strichcode auf Inhaltsstoffe prüft, kann man sich anzeigen lassen, welche Produkte endokrine Disruptoren (hormonell wirksame Chemikalien) enthalten. Das folgende kleine YouTube-Video erklärt, wie’s geht:

Für Frauen, die bereits von Brustkrebs betroffen sind, ist eine Kontamination mit hormonell wirksamen Stoffen besonders problematisch, denn es macht wenig Sinn, auf der einen Seite z. B. Medikamente einzunehmen, die Östrogene im Körper herunterregulieren, um diese bei Östrogenrezeptor positivem Brustkrebs unerwünschten Hormone über die Haut – über Kosmetika und Körperpflegeprodukte wieder zuzuführen. Für Frauen mit Brustkrebs verspricht damit „ToxFox“ als täglicher Begleiter beim Einkauf von Kosmetika wirklich ebenso hilfreich zu sein wie beim Aufräumen der heimischen Badezimmerschränke auf der Suche nach hormonell wirksamen Kosmetika, die ausgesondert gehören. Alarmierend und bedenklich zugleich: Die Hormone verstecken sich in Produkten wie Zahnpasta und Babyshampoo (!!!), in denen wir sie wirklich nicht erwarten.

BUND verweist darauf, dass

  • der Anteil der belasteten Artikel bei den Marktführern L’Oréal und Beiersdorf (u.a. Nivea) bei 45 bzw. 46 Prozent liegt und
  • die größten Unternehmen ohne belastete Produkte alva Naturkosmetik, Laverana Naturkosmetik, Logocos Naturkosmetik, Martina Gebhardt Naturkosmetik und Weleda Naturkosmetik sind.

Das erleichtert den Einkauf von Kosmetika und Körperpflegeprodukten auf den ersten Blick.

Leider wird Aluminium bei ToxFox bisher noch nicht berücksichtigt, wie wir am Beispiel von Fenjal intensive Creme Deo Roll-On gecheckt haben (Artikel-Nummer 76147579). Aluminium wird ebenfalls mit der Entstehung von Brustkrebs in einen Zusammenhang gestellt. Wir werden versuchen, die wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema in nächster Zeit genauer zu sichten.

Ein ToxFox-Banner wird unsere Webseite in der nächsten Zeit begleiten, weil diese BUND-Aktion wichtig für uns ist.

ToxFox Downloads & Infomaterialien

[box]ToxFox online & App-Download
Online-Check beim BUND
App-Download

Fragen und Antworten zu ToxFox
FAQ – Link zur BUND-Webseite

BUND-Studie „Der Kosmetik-Check“ zu endokrin wirksamen Chemikalien in Kosmetika und Körperpflegeprodukten
Download (pdf, auf der Webseite des BUND) [/box]

Weiterlesen

Brustkrebs und Umwelteinflüsse: Gemeinsame Veröffentlichung von Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. und Women in Europe for a Common Future e.V. (pdf)

 

3 Kommentare
  1. Gefährliche Inhaltsstoffe in Kosmetik … unter dieser Überschrift gibt es auch einen Artikel v. 09.08.2913 in der Brigitte. Hier gibt es u.a. auch Kritik:

    „Gesetzlich vorgeschriebene Grenzwerte werden in den einzelnen Produkten wohl nicht überschritten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat das gesundheitliche Risiko von Parabenen bei der Verwendung in kosmetischen Mitteln in einer Konzentration von bis zu 0,4 % als sicher für alle Bevölkerungsgruppen bewertet. ToxFox wertet die Konzentration der bedenklichen Inhaltsstoffe nicht genau aus, denn diese Information beinhalten die INCI-Listen der Hersteller nicht. Laut BUND liegt in dem Cocktail-Effekt die eigentliche Gefahr. Bereits im März sprach sich das Europäische Parlament für eine bessere Regulierung von hormonellen Chemikalien und von Cocktaileffekten aus – und gab die Empfehlung, die Belastung zu minimieren. Und die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnete hormonell wirksame Chemikalien im Frühjahr 2013 als „globale Bedrohung“.

    Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Daten von ToxFox auf den Erhebungen der Internet-Plattform Codecheck beruhen, die aus INCI-Listen besteht, die von Usern hochgeladen wurden. Die Daten seien veraltet, teilte uns zum Beispiel die Kosmetikmarke CD mit. Ein Produkt aus dem CD-Sortiment wird von ToxFox als bedenklich eingestuft, enthält aber die kritisierten Inhaltsstoffe nicht mehr. Der BUND räumt solche Ausnahmefälle ein: „In einigen Fällen ist auch noch ein altes Packaging im Handel. Das haben wir anhand von Testkäufen selbst überprüft. Außerdem funktioniert Codecheck wie Wikipedia, die Hersteller können ihre INCI-Listen selbst aktualisieren, das wird von ToxFox zeitgleich übernommen“, sagt Pressereferentin Almut Gaude. Die Listen, die via Codecheck an ToxFox transferiert werden, unterliegen allerdings keiner weiteren Kontrolle seitens des BUND.

    Mit der anstehenden Überarbeitung der Kosmetikverordnung 2015 könnten diese hormonell wirkenden Chemikalien in Kosmetika gesetzlich verboten werden – Apps wie ToxFox können sicherlich einen Beitrag leisten. Wer grundsätzlich auf Nummer sicher gehen will, verwendet zertifizierte Naturkosmetik, denn alle Produkte haben „grünes Licht“ bekommen.“

    Wir finden ToxFox jedenfalls nicht „umstritten“, sondern meinen: In jeden Fall „Vorsorgeprinzip“ – weil es sicherer ist. Gerade Frauen, die bereits von Brustkrebs betroffen sind, können keine weiteren unkalkulierbaren Hormoncocktails via Kosmetika brauchen. …

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