Hormontherapie in und nach den Wechseljahren: Neues von der WHI-Studie

(Last Updated On: 10. Mai 2013)

Neue Daten aus der bekannten Women’s Health Initiative-Studie sind bei den Nachrichten im Deutschen Ärzteblatt bereits am vergangenen Mittwoch gut verständlich zusammengestellt worden: Hormontherapie – Risiken sinken nach Absetzen der Östrogene.

Susan Love meldet sich zu Wort

Susan Love greift die Ergebnisse ebenfalls auf im Blog ihrer „Army of Love“ und rückt die verwirrenden Schlagzeilen, die überall erschienen sind, ein wenig gerade. Und auch in der New York Times kommt Love zu Wort. In dem Artikel The Women’s Health Initiative and the Body Politic wird sie u.a. zitiert mit: „Die WHI-Studie hat viele Leben gerettet.“ An anderer Stelle bezeichnete Love diese Studie auch als größten bisherigen Erfolg der Brustkrebsbekämpfung. (Nicht ein Medikament, sondern ein Medikament weniger hatte zu diesem Erfolg geführt.)

Budget 625 Millionen US Dollar

Die Studie der Women’s Health Initiative (WHI) hatte nach Angaben des Artikels in der New York Times ein Budget von 625 Millionen $. Untersucht wurden Wirkungen und Nebenwirkungen der Hormoneinnahme bei Frauen in den Wechseljahren und danach, ebenso wie die Einnahme von Calcium und Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel und fettarme Ernährung.  (Bezüglich der Ernährung zeigte sich in dieser Studie zumindest nicht, dass eine fettarme Diät das Risiko für Brustkrebs und Herzerkrankungen senken konnte.)  Rund 160.000 Frauen nahmen an der Untersuchung teil, davon 26.000 bei der Untersuchung zur Einnahme von Östrogenen und Progesteronen.

Ergebnisse

Der große Schock kam mit den Ergebnissen im Jahr 2002. Die jetzt neuen Ergebnisse kommentiert Andrea Z. LaCroix, die Hauptautorin der Originalveröffentlichung, eine Professorin für Epidemiologie aus Seattle:

“Ich denke, es liegt in der Natur der Sache bei großen randomisierten Studien, dass wir Antworten bekommen, die wir nicht akzeptieren möchten.“

LaCroix findet es außerdem gut, dass Frauen im Ergebnis durch die WHI-Studie heute skeptischer gegenüber den Versprechungen der Pharmaindustrie geworden sind.

“If women are more skeptical then I think that’s a good outcome,” said Dr. LaCroix. “We have a history in our country of wanting to believe that if we take a pill, we can prevent bad things from happening to us, and wanting to take those pills before the evidence comes in.”

Weiterlesen:

Originalveröffentlichung: Health Outcomes After Stopping Conjugated Equine Estrogens Among Postmenopausal Women With Prior Hysterectomy: A Randomized Controlled Trial. JAMA, April 6, 2011—Vol 305, No. 13 (Open Access)
New York Times: The Women’s Health Initiative and the Body Politic
Teilnehmerinnen-Webseite der WHI-Studie

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